SICHTBAR VERDECKTES. ÜBER HÜLLEN IM ALLTAG

14264114_1207590852596366_2243643128005834350_nTarnen & Täuschen. Soldaten hinter Grasbüscheln verbergen, um dem Feind das Beobachten zu verunmöglichen, um ihn in die Irre zu führen. Körper, Haare, Gesichter verhüllen, um sie unsichtbar zu machen. Ein Jacket ablegen, um bequem zu sitzen. Schuhe abstreifen, um zu beten. Burkini versus Bikini. Gut? Böse? Heiß. Kalt. Was wird da gezeigt? Was bleibt verborgen?

Die Verpackungskunst von Christo und Jeanne-Claude hat der New Yorker Kunstkritiker David Bourdon einst als „Offenbarung durch Verbergen“ beschrieben. Der Fotograf Ronnie Niedermeyer hat seine Ausstellung weniger pathetisch mit dem Titel „Sichtbar Verdecktes“ versehen. Lustvoll führt er uns damit in ein Labyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt. Natürlich weiß er, was uns beschäftigt. Burka, Abaya, Hidschab & Co.! Und doch setzt er uns hier Bilder vor, die mit alledem scheinbar nichts zu tun haben. Eine blaue Plane, irgendwo hinter dem Galle Face Hotel in Colombo fotografiert. Vermauertes in der Medina von Marrakesch, wo sich Fenster und damit der Blick immer nur zum Innenhof hin auftun. Badende, die unerkannt bleiben, weil sie uns den Rücken zuwenden. Ein alter Mann in Addis Abeba, gehüllt in eine Generalsuniform, die den Körper zwar panzert und doch manches über Vergangenheit und Status ihres Trägers verrät.

Was verdeckt, was verborgen wird, kann entdeckt, kann offenbart werden. Nicht nur wer in Schleiern verhüllt ist, kann Hüllen fallen lassen. Und wer sich entkleidet, muss sich nicht unbedingt entblößen. Nur neun Farbfotografien braucht Niedermeyer um auf eine Gesamtheit zu verweisen, deren Teile wie Yin und Yang untrennbar aufeinander bezogen sind. Damit stellt er Fragen, die die Menschheit beschäftigen. Wie schön, dass einer einmal keine Antworten hat.

– Ernst Schmiederer

SICHTBAR VERDECKTES
Über Hüllen im Alltag
Fotografien von Ronnie Niedermeyer

VERNISSAGE: Mittwoch 21. September 2016, 19:00
EINFÜHRUNG: Alfred Weidinger (Belvedere)

ADRESSE: Wien 7., Westbahnstraße 27-29
DAUER: 22. September – 5. Oktober 2016
ÖFFNUNGSZEITEN: Montag–Samstag, 10:00–18:00

FACESCAPES

Bildschirmfoto 2016-09-13 um 17.26.16.png

Von Flüchtlingslagern wie Calais bis zum gemütlichen Wiener Beisl, nährt sich der französische Fotograf LE MONSIEUR FLASH an außergewöhnlichen Begegnungen.

Lebensgeschichten sind seine Leibspeise, seinen Durst danach stillt er im Gedankenaustausch. Er bereist dafür die Welt, und manchmal kommt die Welt zu ihm …

Dieser Marschroute entspringt seine Serie aus gemeisselten, rauen, teils skurilen Portraits. Es liegt an Ihnen, die Geschichten um diese kompromisslosen Bildern zu entschlüsseln oder neu zu erfinden …

Ausstellung: 8. September bis 21. September
Montag bis Freitag
10-18 Uhr
Westbahnstraße 27-29

Fotografie von Le Monsieur Flash
http://www.curious.zone/

Vitrinenrahmen

vintrinenrahmen

BeiVitrinen-Bilderrahmen bzw Objekt-Bilderrahmen wird mittels einer Abstandleiste „Luft“ geschaffen zwischen Bilderglas und Bild.

PAUL BAUER: HORIZONTALEN

_M9A3408_1_k02_8080

Paul Bauers (geboren 1988 in Graz) fotografischen Arbeiten dokumentieren seine Untersuchung des Wahrheitsgehalts des Sichtbaren. Seine oftmals seriell gearbeiteten Recherchen manifestieren die Anwesenheit des jeweiligen Gegenstands mit einer solchen ernsthaften Genauigkeit, dass ihre wirkliche Präsenz in Frage gestellt wird. Umso eher der Tatbestand festgehalten scheint, desto mehr rückt der Gegenstand in eine andere Welt. In der gezeigten Serie Purgatory verschärft er den Gegensatz zwischen Tatbestand und sich entfernenden Gegenstand durch digitale Entfremdung der Bilder. Die aus einzelnen Flammen und Feuern zusammengesetzten Feuerhaufen muten an die heimelige Romantik der Sommerlagerfeuer und Winterkamine an, verlieren sich aber in kontextlosen, kaum noch zu verortenden grafischen Strukturen. Paul Bauer lebt und arbeitet in Wien.

Kontakt: http://www.paulbauer.net/

Vernissage: 7. Juli 2016

Ausstellung: 8. Juli 2016 bis 20. Juli 2016

Montag bis Freitag 10-18 Uhr HERR LEUTNER Westbahnstraße 27-29

ULRIKE BOLLENBERGER: HORIZONTALEN

dadandhispoodles

 

Ulrike Bollenberger (geboren 1992 in Wien) ist mit einer Faszination für das Erzählen von Geschichten aufgewachsen. Aus dieser Perspektive entwirft sie ihr visuelles Tagebuch: mit einem neugierigen Blick auf ihre Umgebung und einem Gespür für Stimmungen entdeckt sie die Orte, wo sie ihre Szenen von schütterem Glamour, von Dekadenz, Einsamkeit, Vergänglichkeit und Sexualität entstehen lässt. Ihre Arbeiten erschaffen eine Welt, die so üppig wie auch verloren ist. Ulrike Bollenberger lebt und arbeitet in Wien.

Kontakt: http://www.ulrikebollenberger.com

Vernissage: 7. Juli 2016

Ausstellung: 8. Juli 2016 bis 20. Juli 2016

Montag bis Freitag 10-18 Uhr HERR LEUTNER Westbahnstraße 27-29