ASTRID KLEIN, GERAHMT BEI HERR LEUTNER

Die schwarzweissen Fotobilder von Astrid Klein wirken oft wie aus der Tiefe des Raumes, der Zeit an die Oberfläche projiziert. Nicht helldunkel, sondern dunkeldunkelhell sind sie. Aus dem Schwarzen treten graphitgraue Zeichen hervor, drei Figuren zum Beispiel, ein Schädelhaufen, zwei Dolche, Schränke, Maschinen oder Architektur. Bildfragmente, die ineinandermontiert, übereinandergeschichtet werden und zusammen manchmal ausschauen als seien sie geprägt.

RICHARD PRINCE, GERAHMT BEI HERR LEUTNER

Erstes Aufsehen erregte Richard Prince Ende der 1970er Jahre durch abfotografierte Werbeanzeigen und Bilder aus Verkaufskatalogen, die weder Schrift noch Logos erkennen ließen. Schmuck und Accessoires gehobenen Lebensstils sowie edle Interieurs prägen die Atmosphäre dieser frühen Farbfotografien des Künstlers. Aspekte der Populärkultur Amerikas und Porträts verschiedener sozialer Milieus tauchen in seinem Werk, das Gemälde, Fotografien, Skulpturen und Installationen umfasst, hauptmotivisch immer wieder auf. Hierzu zählen Gruppen unterschiedlicher Subkulturen wie Rocker und deren Girlfriends (so der Titel einer Werkserie von Prince).
Zu seinen populärsten Gemälden gehören die sogenannten Jokes und Cartoons, auf denen Witze in Form von Schriftbildern beziehungsweise Zeichnungen mit Acryl im Siebdruckverfahren auf Leinwände übertragen werden. Auch wenn Prince sich mit vordergründig Banalem wie den Motorhauben von Autos beschäftigt, gelingt es ihm, diese in einen Schwebezustand zu überführen, der gleichermaßen dem Trivialen wie dem Auratischen verhaftet ist

EVA ZAR, GERAHMT BEI HERR LEUTNER

Die Arbeiten von Eva Zar sind ein Einblick in „Eva’s messy head“. Leuchtende Farben, ein Berg von Symbolen und schrille Objekte schaffen ein Überangebot von Information.

Ausstellung von 18.09. bis 8. 10. 2015

PETER DOIG

Fisherman, 2014
Farbpigmentdruck 87 x 69 cm
Gerahmt von HERR LEUTNER

Peter Doig gilt als einer der maßgeblichen und international einflussreichsten Maler der Gegenwart.

Doigs Gemälde beziehen sich einerseits auf die Geschichte der Malerei und sind andererseits fest im heutigen Leben verankert. Ausgangspunkt für seine Bilder sind oft Reiseprospekte, Zeitungsfotos, Filmstills oder private Schnappschüsse. In ihnen finden sich die wechselnden Umgebungen und Gesellschaften, in denen der Künstler gelebt hat: die gefrorenen Seen seiner Kindheit in Kanada, die schillernde Metropole London oder zuletzt die karibischen Landschaften und urbanen Szenerien von Port of Spain auf der Insel Trinidad. In den Gemälden, deren Ruhe jeden Moment zu kippen scheint, gerinnen Erinnerung, Biographisches, populäre Bilder und erzählte Handlungen zu traumartigen Sequenzen.

ROBERT RAUSCHENBERG

Cy Twombly + Relics- Rome #5, 1952
Archival inkjet print, später geprinted 35.6 x 35.6 cm
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

Robert Rauschenberg, der Spurensucher der Industriegesellschaft

Als eine Art ästhetischer Vagabund erregte er bald Aufsehen. Wie kein Zweiter demontierte er den Mythos vom prometheischen Künstler. Er erklärte: „Ich habe kein Ziel. Ich will in meine Malerei ganz gleich welche Gegenstände des Lebens integrieren.“ So probierte er alle Techniken und Verfahren aus, von den Blaupausen bis zu den Siebdrucken. Oder er sammelte einfach herumliegende Dinge auf. Er wurde zum Spurensucher auf den Schutthalden der Industriegesellschaft. Seine Bilder hießen „Currents“, „Prowler“, „Collection“ oder „Rebus“. Er kommentierte: „Es ist völlig uninteressant, ob ich sie mache. Ihr Schöpfer ist das Heute (Today).“

Seine „Combines“ aus tropfenden Farben, Fundstücken, Stoffen, Holz und Zeitungen sollen keinen eindeutigen Sinn ergeben. Das Kunstwerk als ein geordneter Mikrokosmos, was für eine abgestandene, professorale Idee! Rauschenbergs Arbeiten tun so, als ob sie sich dem Zufall verdanken, sehen wie Ablagerungen erodierender Erinnerungen aus. Er war der ästhetische Archivar des „Junks“.

Aber wenn seine „Combines“ keine Bedeutungsträger mehr waren, so hieß das noch lange nicht, dass sie keinen Witz besaßen. Dieser Spurensucher war ein ikonographischer Clown. Seine Combine „Odaliske“ von 1955/58 war nur eine alte, schmuddelige Kiste, deren Wände er unter anderem mit den vergilbten Reproduktionen weiblicher Aktfiguren beklebte, während oben auf ihr krähend ein geiler Hahn stolzierte. Konnte man sich eine burleskere Parodie der trivialen Omnipräsenz erotischer Bilder einfallen lassen?

ERNST HAAS

Hollywood, Los Angeles, California, 1963
Chromogenic print, Diasec, 65.7 x 44.1 cm
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

Der österreichisch-amerikanische Magnum-Fotograf Ernst Haas ist einer der grossen Wegbereiter der Farbfotografie.

1962 stellte das Museum of Modern Art in New York seine heiligen Hallen erstmals einem Farbfotografen zur Verfügung. Der Glückliche, Ernst Haas, ein österreichischer Immigrant, war gerade mal 41-jährig. Haas wurde durch Robert Capa («Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran») vorgeschlagen, der neu gegründeten Fotoagentur Magnum beizutreten. Haas tauschte Wien gegen New York und arbeitete von diesem Moment an fast ausschliesslich in Farbe – eine Pioniertat. Während in der Malerei der abstrakte Expressionismus, Pop- und Op-Art neue Arten des Sehens erprobten, tat Haas mit seiner Kamera das Gleiche und füllte Film um Film mit Ausschnitten des Alltags: Reflexionen in Schaufenstern; Plakatreste an maroden Mauern, die er so einfing, dass daraus abstrakte Kompositionen wurden; der durch Manhattan pulsierende Verkehr; zeitgeistige Stillleben mit Röhren-TV und Spannteppich. Und immer wieder: Bewegung. Dynamik. Mit ungeheurer Präzision untersucht Haas seine Umwelt; legt mit sauber gezogenen Linien und sichtbar gemachten Strukturen das Innenleben der modernen Metropole offen.

MAD MAN

Fox Channel
C-Print 120 x 200cm Diasec
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

Die Serie folgt einer Gruppe von Werbern auf der New Yorker Madison Avenue, ihren Mitarbeitern und Familien durch die bewegten 60er Jahre. Anfangs scheint die Welt für Don Draper (Jon Hamm), Creative Director bei der Agentur „Sterling Cooper“, noch in Ordnung: Sein Ruf als kreatives Genie ist unangefochten, die Damenwelt liegt ihm zu Füßen und im schmucken Vorstadthaus wartet Ehefrau Betty mit den Kindern. Doch mit der Zeit wird Don nicht nur von jüngeren und sogar weiblichen Angestellten im Wettstreit um die besten Slogans und größten Etats herausgefordert, auch droht die wohlgehütete Wahrheit über seine Herkunft ihn einzuholen.