HAROLD ANCART, GERAHMT BEI HERR LEUTNER

Untitled, 2012
Öl, Holz

Harold Ancart hat in den letzten Jahren mit seinen In-Situ Installationen ein eindrucksvolles Werk geschaffen, welches durch seine originäre Bildsprache und die ungewöhnliche Wahl seiner künstlerischen Mittel auch internationale Aufmerksamkeit erlangt hat. Im Zusammenspiel von poetischen Wandbildern aus Brandzeichen, luziden Zeichnungen, Collagen und Nylonfäden, die mit Kohle bestäubt und frei im Raum verspannt sind, erschafft der gebürtige Belgier atmosphärische Inszenierungen, welche die vorhandene Architektur nicht nur verändern, sondern ihre Möglichkeiten vollkommen neu ausschöpfen. Seine Arbeiten mit Kohlestaub sind zurückhaltend, fast minimalistisch und von einer zauberhaften Grazilität.

LORENZO AGIUS

Liam Gallagher and Patsy Kersit 2007
digital C-Type print 153 x 122cm
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Assistent eines Fotografen fotografierte Lorenz Agius die Werbeplakate für den Film Trainspotting 1996.

Kurz darauf fotografierte er für Vanity Fair „Cool Britannia“ Ausgabe und fotografierte die Standbilder für die Spice Girls-Film. Er hat jetzt einen Ruf als einer der weltweit führenden Porträtfotografen – Madonna, Muhammad Ali, Johnny Depp und Kevin Spacey lassen sich von ihm ablichten.

JOSEF KOUDELKA

Matriarch, n.d.
Gelatin silver print 35.6 x 22.9 cm
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

„Kauf dir ein paar gute Schuhe!“ war die Antwort Koudelkas an einen jungen Fotografen, ob er ihm nicht einen Tipp für seine Karriere geben könnte.

Koudelka schuf in den 1960er-Jahren ausgedehnte Zyklen über das Leben der romanessprachigen Landbevölkerung. Die Roma waren dabei eines seiner Hauptthemen, deren Leben er aus einer Innenperspektive und familiären Nähe heraus schilderte.

Koudelkas Schwarzweißfotografien fallen durch ausgeprägte grafische Abstraktion auf und waren prägend für weitere Generationen von Fotojournalisten. Die Menschen wirken auf den Bildern oft verloren, auch weil Koudelka sie gerade in den Grenzbereichen des Menschlichen Lebens fotografierte. Gleichzeitig haben viele seiner Arbeiten einen grotesken bis humoristischen Aspekt. Die Bilder künden trotz ihrer formalen Strenge von einem tiefen Humanismus.

RICHARD AVEDON

Nastassja Kinski and the Serpent, Los Angeles, California, June 14, 1981
Silbergelatineabzug, 72,2 x 109 cm
Gerahmt von Leutner Bildwerkstatt

„Ein gutes Bild entsteht, wo sich Emotionen begegnen“

1946 ging Avedon für „Harper’s Bazaar“ und die „Vogue“ nach Paris. In der vom Krieg gezeichneten Stadt machte er bahnbrechende Aufnahmen der Haute Couture: Mannequins wie Dovima oder Veruschka posierten für Avedon an ungewöhnlichen Orten. Richard Avedon hatte bei seinen Aufnahmen die Filme von Ernst Lubitsch im Hinterkopf. Ihm kam es auf eine schlüssige Inszenierung an, bei der es ein größtmögliches Übereinkommen zwischen dem Porträtierten und dem Fotografen gab. „Ein fotografisches Porträt ist immer ein Bild von jemanden, dem bewusst ist, dass er gerade fotografiert wird“, hat er einmal gesagt. „So eine Sitzung ist ein Austausch von Emotionen. Und ein gutes Bild entsteht in dem Moment, wo sich diese Emotionen begegnen.“

Vielleicht lässt sich aus diesem Credo erklären, dass Avedon immer auch ein gutes Verhältnis zu Künstlern hatte. Für seine Porträts hatte er sich ein immergleiches Setting zurechtgelegt: Ein neutraler weißer Hintergrund, kein Sonnenlicht, keine Schatten, weder Hervorhebungen, noch ausgeblendete Details. Nur der Fotograf und sein Gegenüber.